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Norwegen 2019

Erstellt von Melissa Bach, Nermin Hadzic, Daniel Stahlberg und Gerlando Caramazza
|   Bericht

Auslandspraktikum in Molde

So wie auch einige andere Schüler des Ausbildungsgangs Bauzeichner/-in unserer Schule bekamen auch wir die Möglichkeit, vom 01.06.2019 – 25.06.2019 ein Auslandspraktikum in Molde, Norwegen, zuabsolvieren.
Nach einer langen Anreise und großer Vorfreude kamen wir schließlich direkt am Flughafen Molde an und unser Auslandsaufenthalt konnte endlich beginnen.
Unsere Unterkunft, eine kleine, traditionelle norwegische Hütte, die sich unmittelbar auf einer kleinenInsel am Zentrum von Molde befand, war ausreichend groß, gemütlich und direkt am Fjord – was sich besonders an heißen Tagen für eine Abkühlung im Wasser angeboten hat!
Ruckzuck waren wir angekommen, und es kam auch schon direkt der erste Arbeitstag auf uns zu. Wir lernten das Team von unserem Arbeitgeber „Snekker Nachtigall AS“ kennen und wurden freundlich empfangen.
Das gesamte Team besteht aus Peter Nachtigall mit Sohn und Frau sowie vier weiteren Handwerkern - alle waren wirklich aufgeschlossen, nett und standen uns mit Rat und Tat zur Seite.
„Snekker“ bedeutet auf Deutsch „Tischler“, und da die meisten Häuser in Norwegen aus Holz gebaut sind, hat der typisch norwegische Snekker ein größeres Aufgabenfeld als bei uns daheim.


Die Leistungsspektren der Snekker Nachtigall AS sind unter anderem:
VÅTROM
LOVEN
TAKARBEID
HUSBYGG
KJØKKEN
MALING
....was sich als super Vorteil für uns ergeben hat, da wir einen guten Einblick in viele verschiedene Tätigkeiten bekommen haben!


Unsere Haupttätigkeit umfasste die Errichtung eines Neubaus. Dabei handelte es sich um ein schlüsselfertiges Einfamilienhaus aus Holz (ca. 250 m2). Am ersten Tag fanden wir nur einen Schotterplatz vor, doch von Tag zu Tag bauten wir das Haus mit dem Team zusammen auf.
Zuerst kam die Bodenplatte mit Abdichtung und Dämmung. Danach wurde zügig der Estrich gegossen. Um die Zeit für die Lieferung des Holzständerwerks zu überbrücken, durften wir in der Zeit ein komplettes Einfamilienhaus von außen2 x streichen.


Andere Tätigkeiten waren unter anderem:

  • Ausschachten und Gießen von Fundamenten
  • Anfertigen der Schalungen für die Fundamente
  • Verankerung und Verschraubung der Balkensockel in den Fundamenten
  • Verlegen von Rohren in einem Bestandsgebäude.

... aber genug jetzt – zurück zum Haus!


Die Lieferung der Einzelteile für das Haus kam pünktlich an und wir konnten starten!
Wir fingen an, die Holzlatten nach Anleitung zu sortieren und die Schwellen auf der Bodenplatte zu befestigen. Der Aufbau war teilweise vergleichbar mit dem eines IKEA-Schrankes, da die Teile vorab von der Firma angefertigt wurden, mit Einfräsungen und Beschriftungen.
Am gleichen Tag haben wir es sogar geschafft, die Innen- und Außenwände des EGs fertig zu stellen (natürlich nur durch unsere grandiose Arbeit für das Snekker-Team). Nach ein paar Arbeitstagen waren wir schließlich bereit, den Dachstuhl aufzusetzen und mit der Dachkonstruktion weiter fortzufahren.
Außerdem wurden Gipskarton-Platten von uns bis zum Dach hochgeführt, Unterspannbahnen montiert sowie die Lattung und die OSB-Platten im Dachbereich angebracht.
Den letzten Arbeitstag verbrachten wir damit, die Bitumenbahnen auf dem Dach zu verlegen und zu verschweißen - ziemlich weit gekommen oder nicht?!


Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit dem Praktikum, wir hatten viel Spaß mit den Jungs auf dem Bau, konnten viel mit Anpacken und wurden in viele Aufgabenfelder mit einbezogen - und ganz nebenher haben wir ein ganzes Einfamilienhaus in weniger als zwei Wochen zum Stehen gebracht - wenn man das nicht erfolgreich nennt, dann wissen wir auch nicht!!!
Erwähnen wollen wir außerdem, dass wir nicht nur Fachkenntnisse & Praxis für unseren Beruf dazu gewonnen haben, sondern auch organisatorische & soziale Kompetenzen und Fähigkeiten, wie z. B:

  • das Kennenlernen einer neuen Kultur
  • die Anpassung an ein fremdsprachiges Arbeitsumfeld
  • die Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem

... sowie vieles mehr!


Natürlich waren wir nicht 24/7 auf der Baustelle, sondern haben unsere Freizeit sinnvoll genutzt, in so einem Land ist das ein Muss!
Die Stadt Molde ist klein, aber fein und hat alles, was das Herz begehrt, Boutiquen, Restaurants, Bars und ja sogar einen McDonalds.
Auch rund um den Ort (Romsdal) gibt es eine Menge zu erleben. Es boten sich tolle Wanderrouten an, bei denen wir mit einem wunderschönen Ausblick belohnt wurden!
Eine aufregende Wanderung durch Wälder und Wasserfälle führte unszur sogenannten „Trollkirka“, eine unberührte Kalkgrotte mit Wasserfall. Der Weg durch die Grotte war aufregend und erlebnisreich, und ja auch etwas schaurig, aber gut, dass wir Jungs Melissa dabei hatten!


Einen anderen Tag haben wir die berühmte Gebirgslandschaft erkundet. Mit der Fähre ging es herüber auf eine Insel und dann weiter durch die tolle Landschaft nach Trollstigen. An einer steilen Gebirgswand schlängelten sich die Straßen hoch bis zur Spitze (ca. 858 m). Der Blick vom Aussichtspunkt reichte bis zum Horizont und die Szenerie war einfach wunderschön. Dort oben befand sich auch ein architektonisch sehr interessantes Café, also doppelt so interessant für uns!


Auch mit dem Spitzenreiter der norwegischen Liga, dem FK Molde, haben wir live mitgefiebert, spontan konnten wir uns Karten für das Heimspiel besorgen und schaukelten den Sieg nach Hause!

Aber: Stopp jetzt!!!
Wir möchten euch nicht zu neidisch machen, deswegen ist bis hierhin erst einmal Schicht im Schacht!
Wir hoffen unser kleiner Bericht hat euch gefallen & konnte euch ein paar tolle Eindrücke unseres Auslandspraktikums verschaffen.
UND NATÜRLICH möchten wir uns wirklich bei denen bedanken, die es uns ermöglicht haben!
Danke an Frau Linkamp für die Hilfe und die Planung für das Praktikum.
Danke an die Stiftung „Bildung & Handwerk“.
Und ganz besonderer Dank an das gesamte Team von Snekker Nachtigall AS!
Wir sind sehr dankbar für diese tollen drei Wochen, die wir wohl nie vergessen werden!


Beste Grüße & ha det bra!
Melissa, Nermin, Gerlando & Daniel

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