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Berufsbezogene Informatikausbildung am Eduard-Spranger-Berufskolleg

Erstellt von Dennis Spyra | |   Bericht

Informatik hat in der Gymnasialen Oberstufe des Eduard-Spranger-Berufskollegs Vorfahrt.

Die eher technischen Teile der Informatik werden hier in dem Leistungskurs unterrichtet. Dazu gehören Datenbanken, Betriebssysteme, Netzwerk und Mikrocontroller. In dem zusätzlichen Informatik-Grundkurs bleibt so viel Zeit dafür, sich neben anderen Themen umfangreich mit dem professionellen Programmieren zu beschäftigen. Zu Beginn der Oberstufe am Spranger können viele Schüler noch nicht programmieren und einige haben auch noch nicht viel anderes mit einem Computer gemacht, als zu surfen und zu spielen. In der 11. Klasse werden deswegen erste Grundlagen gelegt und langsame Einblicke in die Grundstrukturen der Programmierung gegeben. Hier steht logisches Denken, das Planen von Abfolgen und die Kontrolle von (un-)erwarteten Ereignissen auf dem Plan.

In der 12. Klasse gibt es dann kleine und größere Projekte, die in Partnerarbeit und später Kleingruppen durchgeführt werden. Hier wird schon eigenständig, aber noch mit viel Unterstützung des Informatiklehrers gearbeitet, der noch einen engeren Rahmen für die Mindestanforderungen der Projekte vorgibt, um Überforderungen zu vermeiden. Zusätzliches darf aber von begeisterten Schülern immer eingebaut werden. Mit der Projektphase vertieft sich auch die Vernetzung mit anderen Fächern wie Datenbanken, Mathematik, Technik und Metallbau, Englisch und BSN.

Die 13. Klasse ist dann bestimmt von tieferem Wissen in der Programmierung. Erweiterte Konzepte runden die Grundbildung in Informatik ab, die zum Teil schon über das vermittelte Wissen im ersten Semester in einem Informatikstudium an der Universität hinausgeht. Die Fähigkeiten im abstrakten und technischen Denken helfen aber auch in anderen technischen Studiengängen und erleichtern allgemein die weitere Aus- und Fortbildung.

In der Abschlussklasse steht auch ein Großprojekt auf dem Plan, das sich über einige Monate erstreckt. Hier kann das gesamte erworbene Wissen eingesetzt und erweitert werden. Wie in professionellen Programmierfirmen gilt es dabei, die Wünsche eines Kunden zu erfüllen, dessen Rolle der Informatiklehrer einnimmt. Es wird viel Eigenverantwortlichkeit verlangt, die Schüler haben weitestgehend freie Hand für die Planung und Durchführung des Projekts. Hier orientiert sich der Unterricht an dem Berufsalltag eines kleinen Informatikteams. Kreative Schüler leisten wichtige Arbeit bei der Gestaltung des Programms, wortgewandte entwickeln die Benutzerschnittstelle, schwächere Schüler können hier geschützt in der Gruppe kleinere Aufgaben übernehmen, während stärkere Schüler lernen können, als Gruppenführer Verantwortung (gegenüber der Gruppe und dem Kunden) zu übernehmen. Ein zusätzlicher Anreiz ist auch der Wettbewerb zwischen zwei größeren Gruppen um die beste Lösung.
Zu vereinbarten Zeitpunkten wird Rücksprache mit dem „Kunden“ genommen und das Projekt ggf. angepasst oder erweitert. Dabei können dem Kunden auch eigene Ideen schmackhaft gemacht werden.

Obwohl die benötigten Grundlagen zuvor im Unterricht erworben wurden, müssen nun die Details und weitere Teile selbst erarbeitet werden. Natürlich aber bleibt der Lehrer auch Ansprechpartner und Berater für die Gruppen.

Zum Ende des Projekts präsentieren die Schülergruppen ihre Projekte dem Kunden. Die Bewertung erfolgt auf Basis der regelmäßigen Zwischenstandstreffen und der Anforderungserfüllung im Rahmen einer „Produktabnahme“ am Ende.

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