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Auslandspraktikum in Norwegen

Erstellt von Michelle Rath, Manuel Hafner, Katharina Kramer, Andreas Kliewer
|   Bericht

Ein dreiwöchiges Erlebnis

Wir, Michelle Rath (21 Jahre), Manuel Hafner (18 Jahre), Katharina Kramer (22 Jahre) und  Andreas Kliewer (17 Jahre), befinden uns in der Ausbildung zur Bauzeichnerin bzw. zum Bauzeichner und besuchen als Schüler*innen das Eduard-Spranger-Berufskolleg.

Am 04.05.2019 machten wir uns gemeinsam auf den Weg nach Molde in Norwegen, um dort ein dreiwöchiges Auslandspraktikum zu absolvieren. Die Reise führte uns von Düsseldorf u. a. über Oslo zum Ziel und dauerte insgesamt achteinhalb Stunden.
Molde erreichten wir spät am Abend gegen 21:00 Uhr. Dort wurden wir von Lukas, dem Sohn des Chefs, in Empfang genommen und zu unserer Unterkunft gebracht. Diese bestand aus einer kleinen, gemütlichen Hütte, die, wie der Zufall es wollte, direkt am Fannefjord und gegenüber vom Molder Flughafen in Bolsøya lag.
Unser Chef für drei Wochen war Peter Nachtigall, der in der Umgebung von Molde einen eigenen Betrieb führt und vornehmlich Holzhäuser baut.

Wir lebten uns schnell ein und tätigten unseren 1. Einkauf in Molde, wobei wir wegen der Preise, Produkte und Gesetze ins Staunen gelangten.
Zu den Preisen in Norwegen muss man erwähnen, dass diese verglichen mit denen in Deutschland zwar sehr hoch sind, die Gehälter jedoch ebenfalls höher als in Deutschland sind. Somit gleicht sich das wieder aus.  
Die Produktauswahl war ebenfalls ein wenig anders. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass Norweger ihre norwegischen Produkte präferieren und sich daher ausländische Spezialitäten nicht durchsetzen können. Schnitzel zum Beispiel konnte man in den Supermärkten kaum finden. Generell ist das Konsumieren von Fleisch in Norwegen recht kostspielig. Aber auch Milka-Schokolade oder Döner konnten wir vor Ort nicht finden. Das meiste Obst und Gemüse muss dagegen, auf Grund des felsigen Bodens in Norwegen, importiert werden. Deswegen ist auch das teurer. Für 1 kg Äpfel haben wir umgerechnet ca. 4 € bezahlt. Die einzeln eingeschweißten Paprika haben uns etwas ins Grübeln gebracht.
In Bezug auf gesetzliche Bestimmungen muss man sagen, dass in Norwegen nur in bestimmten Geschäften hochprozentiger Alkohol gekauft werden kann und Alkohol generell nur bis zu bestimmten Tageszeiten verkauft werden darf.
Auch das Führen eines Autos ist in manchen Punkten anders als bei uns in Deutschland. Auf den Landstraßen beträgt die Höchstgeschwindigkeit 80 km/h und das Autobahnnetz ist klein (514 km in ganz Norwegen). Zu schnelles Fahren wird selbst bei einer Überschreitung von 5 km/h schon teuer.

Unsere 1. Arbeitswoche begann am 06.05.2019. Hierfür setzten wir mit einer Fähre auf die Insel Aukra über. Dort erwartete uns ein Bestandsgebäude, von dem der Keller renoviert werden sollte.
Unsere Aufgaben bei dieser Renovierung bestanden zum Beispiel darin

  • Dämmung (Glaswolle) zu schneiden
  • ein Lattengestell zu konstruieren und an der Wand zu befestigen und anschließend die Dämmung einzufügen
  • Beton anzumischen
  • bei dem Aus- und Einbauen von Fenstern und Türen zu helfen, d. h. diese zum Beispiel mit Hilfe eines Montageschaums zu verdichten und
  • mit dem Rotationslaser zu arbeiten.


Bei dem Zumauern von Öffnungen konnten wir allerdings nur zuschauen und dabei auch Erfahrungen sammeln.

Die 2. und 3. Praktikumswoche verbrachten wir in Hjelset. Dort hat die Firma Nachtigall ein Doppelhaus gebaut, wobei die 2. Hälfte noch nicht bezugsfertig war.
Daher kümmerten wir uns in dieser Zeit um

  • das Zuschneiden und Verlegen von Dichtungsfolien und Laminat
  • das Anbringen der dazugehörigen Fußleisten
  • den Aufbau der Küchenzeile
  • das Einbauen von Duschkabinen, Toiletten und Waschbecken
  • das Tragen von Styropor-Steinen, welche zusammengesetzt und mit Beton ausgegossen wurden.


Beim Verputzen der Wände schauten wir zu und bekamen das Verspachteln von Gipskartonwänden erläutert, so dass eine glatte, streichfähige Oberfläche entsteht.

Auch in unserer Freizeit konnten wir tolle und neue Eindrücke sammeln; hier nur eine Auswahl:

  • Besteigung des Bergs Borresbu (Höhe: 546 m), zwar mit einem anstrengenden Aufstieg, aber belohnt wurden wir mit einer grandiosen Aussicht.
  • Atlantikbrücke: Hier bot sich uns ein überwältigender Blick auf den Atlantik und eine tolle Brückenverteilung.
  • Trollstigen: Es handelt sich um eindrucksvolle Serpentinen; dieser Ausflug war zudem verbunden mit hohem Schnee und einem Kontrast zwischen Temperaturen von ca. 20°C.
  • Souvenir-Shop Trollstigen: Erstehen konnten wir dort für Norwegen typische Troll-Figuren, welche aber eindeutig Geschmackssache sind und gerade deswegen einen bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen haben.
  • Trollkyrkja: Dies war ebenfalls ein interessanter und anstrengender Aufstieg mit einem lohnenden Ziel.
  • Atlantikpark in Alesund: Dies ist ein großer Meerwasserpark, der sehr viel Anregungen für ein besseres Verständnis bezüglich der Situation der Weltmeere bietet. Wir erhielten eine großartige Veranschaulichung darüber, wie durch die Veränderungen in der Umwelt die Tiere und damit auch der Mensch beeinflusst werden.
  • Brücke Bolsoyabrua: Diese zeichnet sich nicht nur durch ihre Länge, sondern auch durch ihre kunstvolle geschwungene Kurve aus.


Abschließend möchten wir ein Fazit zu unserem dreiwöchigen Auslandsaufenthalt in Norwegen ziehen. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl berufsspezifische als auch persönliche Gesichtspunkte:

  • Verbesserung im Umgang mit Handwerkszeugen und Messgeräten
  • größeres Verständnis für die Planung von Arbeitsabläufen sowie für Arbeitsmaterialien, zum Beispiel Holz und Dämmung
  • bessere Nachvollziehbarkeit von Schulthemen
  • Steigerung der Freude, eigene Unternehmungen auszuüben
  • Erhöhung des Engagements hinsichtlich unserer Umwelt
  • Offenheit in Bezug auf andere Kulturen mit ihren unterschiedlichen Sprachen und Währungen.


Ganz großer Dank geht an das Eduard-Spranger-Berufskolleg, die Stiftung Bildung und Handwerk in Paderborn und an Herrn Nachtigall. Sie alle haben uns dieses Praktikum ermöglicht, in dem wir diese vielen und tollen Erfahrungen machen konnten.
 


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